Apple ist doch „böse“, konkurrenzlos und stellt keine Gefahr für herkömmliche Hersteller dar?

Ich echauffiere mich immer wieder gerne über sogenannte „Apple Hasser„, mittlerweile eine schnell wachsende Opposition. Was wird uns Apple Fanboys vorgeworfen? Wir würden in unserer eigenen kleinen Welt leben, die von Zensur geprägt ist, Luxus pur sei und eigentlich gegenüber Windows-Dosen keine Konkurrenz sei. Quatsch, was ist falsch daran ein Produkt zu kaufen und weiter zu empfehlen, von dem man absolut überzeugt ist? Ich habe lange Zeit keinen Mac benutzt, habe noch Windows 98 genutzt, einen Computer mit 384 MHz besessen und sitze heute vor einem MacBook Pro. Zwischenzeitlich hatte ich mal ein Acer Notebook. An diesem Punkt will ich ansetzen, denn selbst mein erstes MacBook Pro, damals noch kein Unibody-Gerät (2007), war besser verarbeitet, insgesamt wertiger, als das Acer Notebook. Das Konzept und die Verarbeitungsqualität der iMacs sind sogar nochmals um Welten besser. Ich bin deshalb damals wie heute von Mac-Produkten überzeugt, weil sie vollkommen sind. Freilich sind sie vergleichsweise teurer, technisch manchmal etwas unter ihren Möglichkeiten, aber sie funktionieren und tun genau das, was sie versprechen, per exellence.

Geschmacksfrage

Das hört sich nicht sonderlich subtil an. Perfektion? Warum nicht, doch ob das Produkt nun perfektioniert ist oder nicht, es muss den Zeitgeist widerspiegeln, grundsätzlichen Qualitätskriterien genügen und letztlich intuitiv sein. Das leise dahin siechende Gefühl der Innovation ist nicht umsonst die Treibkraft einer prosperierenden Wirtschaft. Ich will gar nicht wissen, wie schlecht es den Deutschen wirklich geht, wenn ich rein subjektiv iPhones in nahezu jeder Schicht sehe. Hallo, das iPhone kostet über 500 Euro? Apple ist doch „böse“, konkurrenzlos und stellt keine Gefahr für herkömmliche Hersteller dar. Pustekuchen meine Freunde. Ich habe schon 2007 davon abgeraten, Apple-Nutzer ausschließlich als „Fanboys“ zu brandmarken, da es letztlich eine Frage des Gewissens ist eine Lösung für die eigenen Zwecke auszuwählen. Genauso wie es plurale Lebensformen gibt, wächst nun mal die Anzahl derer, die sich für ein Produkt von Apple entscheiden. Warum tun sie das? Wegen ihres Minderwertigkeitskomplexes! Nettes Klischee, trotzdem falsch. Liebe Freunde, was soll dieses perfide Lächeln? Ich kaufe doch ein Apple Computer oder Mobiltelefon nicht deswegen, nur um damit anzugeben. Ich habe lange Zeit mit dem Kauf eines iPhones gewartet, weil ich mich erstens nicht an einen Vertrag knebeln wollte, zweitens nicht das nötige Kleingeld hatte und drittens die Spezifikationen und Qualität nicht einwandfrei, damit also nicht meinem Anspruch genügten. Heute nutze ich mein iPhone nahezu täglich für dermaßen verschiedene Einsatzzwecke, dass ich ohne ein Blatt vor den Mund nehmen zu müssen, dieses Gerät als den bisher sinnvollsten Kauf ansehe. Und trotzdem hört die Frotzelei von Außenstehenden nach wie vor nicht auf. Nochmals, es interessiert mich nicht, ob ihr es nun gut heißt oder nicht. Ich nutze mein iPhone, weil es meinen Ansprüchen gerecht wird. Jeder darf sich gerne auch für ein Android- oder Windows Phone 7-Gerät entscheiden.

iPhone gleich Lifestyle?

Die Strategie und Qualität gibt Apple allerdings Recht wie die jüngsten Quartalsergebnisse belegen. Samsung hat bislang ein Gerät nach dem anderen in immer kürzeren Abständen enthüllt. Einmal ein Samsung Galaxy S2, der direkte iPhone-Konkurrent, ein unhandliches Galaxy Note und in Zusammenarbeit mit Google ein Galaxy Nexus. Ich frage mich ernsthaft, wie kurz die Lebenszyklen denn noch werden sollen? So manches mal habe ich gar den Eindruck, dass diese Hersteller mit ihren eigenen Produkten nicht ganz zufrieden sind, wenn kaum nach Enthüllung neuer Geräte, schon wieder das nächste beworben wird. Apple macht das klüger, in dem in der Wahrnehmung eines iPhones kein Unterschied gemacht wird. Apple Mobiltelefone sind iPhones, Geräte-Revisionen dagegen nur etwas für Interessierte. Das bedeutet, dass eben diejenigen, die bislang ein iPhone 3GS in einem Vertrag hatten, zum iPhone 4S griffen oder aber das iPhone selbst als „Lifestyle-Produkte“ und damit als richtig ansehen. Denn die App-Entwickler im Android-Universum kommen, wegen der Flut an Android-Geräten, längst nicht mehr hinter. Ein Quad-Core-Smartphone (Tegra 3) mag zwar leistungsfähig sein, doch wird es den Otto-Normal-Nutzer nicht die Bohne scheren. Vor allem wenn gewisse Apps schlichtweg nicht funktionieren, siehe der Erstkontakt von GTA 3 mit dem Galaxy S2. Ich habe verschiedene Android-Geräte in der Hand gehabt und selbst eines zu Testzwecken im Einsatz. Leider funktioniert vieles schlichtweg nicht so einwandfrei wie unter iOS. Außerdem fühlt sich insbesondere das Galaxy Nexus so gar nicht nach einem 500 Euro Gerät an. Ich frage mich, wieso Apple 128 Prozent mehr iPhones verkaufen konnte. Dabei stellt das iPhone 4S keinen nennenswerten Meilenstein dar. Mithin entscheiden sich Kunden zunehmend für das Apple Ökosystem und unterstützen damit ein Ökosystem, welches von Tag zu Tag größer und rentabler wird. Es gibt einige App-Millionäre, die durch ihre App im App Store reich geworden sind. Ein Erfolgsrezept, das komischerweise mit Apple in Verbindung steht und damit das Image aufwertet. Ich finde heute nahezu jede Funktion in Form einer App im Apple App Store, womit mein iPhone individuell nutzbar geworden ist. Das ist Fortschritt, das ist inhaltliche Qualität gepaart mit einem strategisch richtigen Feingefühl.

Anmerkung:

Um es kurz auf den Punkt zu bringen, es geht hier nicht darum, ob Android, Windows, Symbian oder Apple Geräte die besseren Geräte sind, sondern einzig und alleine darum, warum ICH mich für ein iPhone entschieden habe. Wollte ich jemanden diskreditieren, dann sicherlich nicht auf diese Weise. Ich bin sogar froh darum, wenn ich mit Gleichgesinnten darüber diskutieren kann, warum sie sich für Android entschieden haben. Ich habe, wie mehrfach dargelegt, ein Produkt gefunden, dass meinen Bedürfnissen und Ansprüchen entspricht.

  • Markus

    Auch wenn dieser Kommentar vermutlich nicht veröffentlich wird:

    Dieser Artikel ist lächerlich und bestätigt genau das, was ich von Leuten erwarte, die sich über „Apple Hasser“ mit angeblich objektiven Statements aufregen. Es werden schlechte Vergleiche gezogen und die Moral genutzt, damit der Symbian-/Android-/Windows-/RIM-/wasweisich-Anhänger als nicht objektiv da steht und das Fallobst demnach eine nachvollziehbare und vor allem Makellose Daseinsberechtigung hat. Traurig!

    • Du versteht offenbar nicht, dass es nicht darum geht irgendeinen Android-Nutzer zu diskreditieren. Ich möchte unterstreichen, warum ich mich dafür entschieden habe. Warum ich es Leid „Frotzeleien“ mit den immer gleichen „Anmaßungen“ zu beantworten. Es ist M E I N E subjektive Sichtweise. Wollte ich Nutzer anderer Plattformen brandmarken, worüber ich mich ja eben gerade echauffiere, dann sicher nicht auf diese Art und Weise.

  • DevilsHell

    Sehr gut geschrieben. Dem nichts hinzuzufügen habe.
    Dieser Kleinkrieg zwischen Apple und Android geht mir dermaßen
    auf den Koffer.
    Habe mich auch gegen Android (alleine schon wegen Updatepolitik)
    entschieden und habe es nicht bereut. Es läuft „einfach“.

    Gruß DevilsHell

    • Chris

      Das ist das Problem bei euch Fankids, ihr glaubt tatsächlich Apple macht alles anders.
      Apple speichert genauso Daten auf Vorrat wie Android.
      Apple kommt genauso aus China.

      Ich bin selbstständiger Maschinenbauer, daneben Gitarrist und Zocker, ich besaß vor 2 Jahren einen Mac auf dem ich weder akzeptabel arbeiten noch spielen konnte. Der abgebissene Apfel hat einen Wert von 1000Euro, für den Rest des Preises kriegt man für alles denkbare-unzureichende lowbudget Hardware…
      Zugegeben gibts wirklich massig viel UND gute Software für die Audio Schiene, aber das kanns für das Geld doch nicht gewesen sein….

      Apple User lügen sich alle ins Gesicht.